Sex sells oder die unrealistische Perfektion der Influencer

Sex sells

Hi Unique,

draußen ist es eisig kalt und obwohl der Winter langsam eintrudelt, ist mein Instagram Feed nicht voller Daunenjacken und dicken Mützen, nein, ganz im Gegenteil: er ist voller knapper heißer Outfits, voll von nackter Haut.

Seit wann interessieren ein cooler Style und tolle Beautytipps so viel weniger als Bilder mit knappen Bikinis und heißer Wäsche? Sind wir mittlerweile schon so satt von Macarons, Eifeltürmen und coolen Streetstyles, dass nur noch Sex zieht?

Seit wann steht nicht mehr die Inspiration, sondern die Klickzahl im Vordergrund?

Sex Sells oder der Preis für unseren Körper

1. Dein Körper ist dein Kapital

Blogger, oder sollte ich besser sagen Influencer, haben vor allem ein Kapital – sich selbst. Je nach Kategorie ist der Körper dabei mehr oder weniger wichtig, wobei gutes Aussehen wohl in keiner Branche schadet. Wir sind nicht nur Texter und Fotografen in einem, nein, wir sind auch Models. Oder? Bei dem ständig zu beobachtenden Trend, zwanghaft noch schlanker zu werden, noch besser auszusehen und noch perfekter zu werden, könnte man fast meinen, Influencer wären die neuen Models – und zwar ausschließlich.

Ja, prinzipiell sind Blogger natürlich auch Models. Aber das schöne am Bloggen ist eben nicht die Reduzierung auf das Thema „Model“, also Aussehen um jeden Preis, sondern die Vielfalt im Produkt. Eigentlich sollten wir es feiern, nicht 1,75m groß und 90-60-90 haben zu müssen. Endlich haben wir die Chance, so viel mehr zu zeigen als „nur“ einen perfekten Körper – Inspiration, Kreativität, Information …

Und trotzdem: schlank, trainiert, lange blonde Wellen. Genau dieses Bild ist es, was wir tagein, tagaus auf Instagram sehen. Gleich, gleicher, Instagram.

2. Perfektion ist das oberste Ziel

Glatte, reine Babypopo-Haut und lange schlanke Beine. Dazu noch große Brüste, einen perfekten Apfelpo und eine seidig glänzende Lockenmähne. Tada, fertig ist unser neues It Girl. Genau das ist es, was wir jeden Tag in unserem Feed sehen – absolute Perfektion, bis ins kleinste Detail. Stundenlange Bearbeitung sorgt für richtiges Licht, glatte Haut und strahlende Augen. Ein Schnappschuss ist schon lange kein echter Schnappschuss mehr.

Sobald etwas nicht perfekt, und damit fast schon unreal wirkt, sticht es aus der Masse raus – leider nur oft nicht positiv. Doch seit wann ist unechte Perfektion eigentlich so viel besser geworden als authentische Fehlbarkeit?

Niemand ist perfekt, auch wenn wir uns gerne so darstellen. Gut ich gebe es zu: wer zeigt schon gerne Fehler? Ich meine ja auch nicht, dass niemand seine Bilder bearbeiten darf, aber etwas weniger wäre ab und zu schon so viel mehr.

3. Nackte Haut für noch mehr Klicks

Du siehst nun also schon mal richtig gut aus, bist schlank, hast tolle Haare und ein schönes Gesicht. Herzlichen Glückwunsch, Step 1 hast du geschafft. Damit dein Feed aber so richtig explodiert, postest du am Besten ein paar heiße Fotos mit möglichst wenig Stoff. Ästhetik ist dabei nur zweitrangig, denn hier geht’s hauptsächlich um Sex. Sex sells!

Ja, manchmal habe ich genau dieses Gefühl, wenn ich meinen Feed durchscrolle. Schöne Wäsche kann toll inszeniert werden – aber es kann eben auch schnell daneben gehen. Oft wirken Bilder billig und so ist der eigene Feed und Ruf schneller angekratzt, als man „Sex sells“ überhaupt sagen kann. Und um es klar zu sagen: es spricht nichts dagegen, ab und zu, vielleicht auch in Zusammenarbeit mit einer Firma, schöne Wäsche oder tolle Bikinis zu präsentieren!

Doch wenn täglich neue Bilder mit immer noch knapperen Outfits gepostet werden … naja, du weißt was ich meine. Solltest auch du mal ein Wäscheshooting planen, findest du bei Andy einen Guide mit Tipps für das perfekte Dessousshooting.

Mehr zum Thema Sex Sells findest du bei Journelles.

Wollen wir also wirklich so sein? Wollen wir wirklich nur auf unseren Körper reduziert werden wie perfekte, aber seelenlose kleine Puppen?

Ich möchte das nicht, denn ich möchte nicht für meine perfekte Bildbearbeitung, sondern für meine Persönlichkeit gemocht werden. Ich muss nicht die Schlankste, Schönste, Beste sein, aber ich muss immer noch ICH sein.

Mehr oder weniger sexy, mehr oder weniger perfekt, aber eben ich.

Du hast Lust auf noch mehr Modeblog Mythen und Influencer Tipps? Dann klick hier und hier.

Pics by Christian Habel at Sofitel Munich Bayerpost

Sassi

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34 comments on “Sex sells oder die unrealistische Perfektion der Influencer

  • Hey Liebes, ich gebe dir da wirklich recht.
    Ich habe auch kein perfekten Körper und blogge (und es funktioniert trotzdem ganz gut ).
    Bei manchen fällt es doch sehr auf. Ab und zu finde ich es okay so einen Post zu machen, warum auch nicht. Aber bei manchen Bloggern hat man wirklich den Eindruck, dass sie unter Dauerhitze leiden 🙂
    Aber jeder muss wissen was er tut.

    LG Carina

  • Find ich klasse, dass Du Dich ausprobierst, selbstbewusst bist und Dein Ding machst. Die Instagrambilder sind zwar, wie Du sagst, alle superschön anzusehen, aber man muss sich schon klar machen, dass das nicht ganz der Realität entspricht. Zum Thema „Sex sells“ ist für mich ganz klar weniger mehr.
    Alles Liebe
    Biggi

  • Du hast (leider) absolut Recht mit dem, was du da schreibst. Aber letztendlich ist es meiner Meinung nach wieder eine aktuelle Massenbewegung. Einer fängt an, alle ziehen nach und irgendwann kommt der nächste Trend, den es nachzueifern gilt. Traurig, aber wahr ;/

  • Hallo liebe Sassi,
    ich kann dir nur zustimmen! Ich finde, das Gute am Bloggen ist eigentlich, dass wir nicht alle aussehen wie VS-Models, so bieten wir auch eine großere Identifikationsfläche – zumindest dachte ich das. In letzter Zeit ist mir aber auch aufgefallen, dass anscheinend alles immer perfekter und einheitlicher werden muss. Wir sollten was dagegen tun und umsomehr Persönlichkeit zeigen!
    Viele liebe Grüße
    Susi

  • Wow, liebe Sassi!
    Ein sehr mutiger Beitrag mit wunderschönen Fotos. Den Mut hätte ich nicht mich so wenig bekleidet zu zeigen.
    Ich sehe das aber ganz genau so wie du! Ich möchte ebenfalls für meine Persönlichkeit, für das, was ich bin und was ich ausmache gesehen und wertgeschätzt werden. Nicht für diesen ganzen oberflächlichen Kram.

    Liebste Grüße,
    Sarah

    http://www.vintage-diary.com

  • Ich finde das echt toll, dass du das Thema mal ansprichst – das fällt mir in letzter Zeit nämlich immer mehr auf. Mich stört es ehrlich gesagt etwas, dass man das Gefühl hat man muss da mitziehen um mithalten zu können. Ich finde solche Bilder zwar bei anderen super schön, für mich kommt es aber aufgrund meines späteren Berufs eher nicht infrage so freizügige Bilder von mir ins Internet zu stellen. Das muss aber natürlich jeder für sich selber entscheiden, nur momentan nimmt es überhand mit der Freizügigkeit finde ich. xxx

  • Ein wirklich sehr aktuelles Thema liebe Sassi! Leider ist es tatsächlich so, dass zu viele ihren Körper für Klicks „verkaufen“. Ich finde das echt schade, aber glaube auch daran, dass es auch anders geht. Es ist so wichtig, sich selbst treu zu bleiben – das ist meiner Ansicht nach auf längere Sicht der beste Erfolgsfaktor. 🙂
    xx, Carmen – http://carmitive.com

  • Liebe Sassi,

    vielen Dank für diesen Post. Ich sehr es ganz ähnlich, wie du und wundere mich hin und wieder, wie „modellike“ die Influencer sind.
    Ich freue mich zwar auch immer sehr darüber, wenn ich zu einem Text auch schöne Bilder von mir posten kann, aber ich bin diese Eintönigkeit auch etwas Leid.
    Immer wieder der gleiche Stil…
    Aber ich finde es sehr schön, dass es doch noch Ausnahmen gibt 🙂
    Viele liebe Grüße
    Julia

  • Es ist sehr wichtig, seine Individualität zu bewahren. Zumindest finde ich es so. Man kann durchaus einen Pickel oder Augenringe wegretouschieren, doch wenn die Haut nicht mehr nach einer Haut aussieht, was leider immer noch sehr häufig zu sehen ist, oder die Beine so lang sind, dass es anatomisch nicht mal möglich ist, wird es lächerlich. Von halbnackten Frauen auf Instagram hat man irgendwie auch genug.

    Lieben Gruß,
    Daria

    http://www.dbkstylez.com

  • Liebe Sassi, Ein ganz spannendes Thema, das du hier ansprichst. Und ich gebe dir recht: Mir fällt auch oft auf, wie „modellike“ manche Influencer schon sind. Und ich finde das eigentlich schade, weil ich immer toll fand, dass Blogger und Influencer einfach normale Menschen und keine 90-60-90 Ladies sein mussten. Deine Fotos find ich übrigens genial!

    Liebst, Sarah-Allegra
    http://www.fashionequalsscience.com/

    • Liebe Sarah-Allegra,
      genau so ging es mir auch. Ich fand es toll, wie unterschiedlich die Influencer waren. Auf einmal konnte man Looks nachstylen, denn sie sahen auch an normals gut aus 😉 Wirklich schade diese Wende 🙁

  • Vor allem fällt mir echt auf, was du auch beschrieben hast: die sehen alle gleich aus. Das mit dem schönen Körper usw ist ja das eine, aber mittlerweile haben nicht nur alle die gleichen Klamotten an, machen an den gleichen Orten Fotos, sondern haben auch die gleiche Frisur usw.
    Es ist echt ein Einheitsbrei ohne Ende. Gerade, wenn man diese Sparte nur oberflächlich und nebenbei verfolgt, kann man die Leute oft gar nicht mehr auseinander halten.

    • Ja da hast du absolut recht – alle werden immer ähnlicher und alles was anders ist hat oft keine Chance.
      Haha ja du hast absolut recht. Obwohl ich mich damit beschäftige, verwechsle ich manche Blogger beim schnellen durchscrollen 😀

  • Liebe Sassi,

    das Thema, dass Du hier ansprichst, finde ich sehr interessant. Und ja, ich gebe Dir (leider) Recht. Je hübscher, je mehr nackte Haut, umso mehr Klicks. Und die möchten wir haben, den sie sind das Kapital
    Aber wer vergibt diese Klicks? Sorry, aber ich selber schaue mir lieber tolle Mode-oder Reisebilder an. Hab mir selber vorgenommen, Bilder mit zu viel nackter Haut zu ignorieren und keine Klicks dafür zu verteilen.
    Ich gehöre allerdings auch weder in die Kategorie „schlank“ noch „hübsch“. Und ich möchte auf meinem Blog und mit meinen Bilder dazu ermutigen, man selber zu sein. Das zu tun und zu tragen, was einem selbst gefällt und sich nicht in irgendwelche Schubladen stecken zu lassen. Dafür riskiere ich gern weniger Besucher oder Likes. Denn ich möchte nicht das machen, was alle machen. Ich möchte ich sein und bleiben.

    Ganz liebe Grüße,

    Tabea
    http://tabsstyle.com

    • Vielen Dank für deinen langen Kommentar liebe Tabea <3
      Da hast du recht, genau deswegen hat man immer das Gefühl mitziehen zu müssen...
      Mir geht es genau wie dir, tolle Reisebilder oder coole Streetlooks begeistern mich so viel mehr als nackte Haut.
      Genau das sollte aber meiner Meinung nach das Ziel von Bloggern sein, perfekte Models gibt es schon genug, aber Menschen, die auch normal sind und damit andere beeinflussen sich wieder so zu mögen wie sie sind, sind leider Mangelware.
      Mach auf jeden Fall weiter so <3

  • Liebe Sassi, ganz ganz große Klasse und du siehst es vielleicht nicht, aber du bekommst für deine Worte gerade Standing ovations von mir. Ich habe es mittlerweile auch so satt auf Insta tagtäglich denselben Einheitsbrei vorgesetzt zu bekommen. Fotos werden 1:1 nachgestellt- soweit möglich, wo bleibt die eigene Kreativität. Eines wird es bei mir wohl nie geben – sexy Bilder, das bin ich einfach nicht, das würde mir auch niemand abnehmen, aber damit habe ich kein Problem. Das Posieren und ausziehen überlasse ich also den anderen. Ich wünsche dir ein wunderschönes zweites Adventwochenende und DANKE für diesen einmaligen Post, du hast eindeutig NOCHT mehr zu bieten als dein tolles Aussehen. Alles Liebe, x S.Mirli
    http://www.mirlime.com

    • WOW was für eine Ehre. Ich danke dir liebe Mirli <3

      Mich nervt dieses immer Gleiche auf Instagram auch...Da macht es gar keinen Spaß mehr zu stöbern und nach neuen tollen Profilen zu suchen.
      Dankeschön für diesen tollen Kommentar *_* Ich freue mich grade so sehr.

  • Hallo liebe Sassi! Ich finde es klasse, dass du es ansprichst. Muss ehrlich zugeben, dass ich diesen Zwang schon habe, noch schlanker zu werden, noch besser auszusehen und noch perfekter zu werden. An sich finde es gar nicht schlimm, ein wünsch zu haben, sich stets zu verbessern wollen. Aber klar, es soll in einem gesunden Maß bleiben.
    Liebe Grüße,
    Marina
    http://fashiontipp.com

    • Liebe Marina,
      natürlich will jeder das Beste aus sich machen, aber man kann auch ohne 90-60-90 richtig glücklich und zufrieden mit sich sein. <3
      Wie du schon sagst alles ist gut, wenn es in einem gesunden Maß bleibt <3